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Curatorial Project:

Cora Cohen: Experience versus Experimentation

Curated for Galerie Markus Winter, Berlin, Germany

Curatorial Statement: Cora Cohen: Experience versus Experimentation

Cora Cohen’s project is marked by experimentation. Her process encourages the accidental and it is subject to careful editing.  Investigation of materials and immediacy of  touch are key qualities that describe each work’s step-by-step development. 

Bold marks, repeated lines and lucent color formulate a truly unique and densely layered language of abstraction.  The complexity of Cohen’s compositions is based on the combination of minute detail and large expressive forms.  In unison, these aspects manifest as visual tour de force, which seems inspired by both familiar organic forms and otherworldly landscapes.  While distinct associations depend on the viewer’s conception and are by no means initiated by the artist, Cohen’s work nevertheless opens itself to individual interpretation. Through the lure of rich material interactions and the subversion of Western painting’s spatial traditions, Cohen’s work proves an easily accessible gateway for any experiential journey.

Continuously challenging her medium, Cohen draws from a vast array of elements, including powdered pigment, oil paint, pastel, acrylic paint, resins, graphite, iron oxide, copper, and enamel. She pushes these materials beyond the limitations of their traditional capacity, often causing them to distress and even collapse.  In this context, Cohen strategically anticipates monumental change: broken down elements are fused into re-united constructions. The image, first lost and then rebuilt, is at long last reborn. This cycle of destruction and renewal is employed to create a shot at the future without the baggage of the past.

Cora Cohen was born in New York City, where she resides today. Her career spans almost four decades and her work has been exhibited and collected extensively in the United States and Europe.  She is represented in New York by Jason McCoy Inc.

Cora Cohen: Der Gegensatz von Erfahrung und Experiment

Cora Cohens Werk beruht weitgehend auf Experimentierung. Ihr Arbeitsprozess involviert den Zufall ebenso sehr wie subjektive und äußerst aufmerksame Edition. Die spielerische Untersuchung von Materialen verschiedenster Art und eine Direktheit der Gestik sind Grundelemente, die die Entwicklung jeder von Cohens Arbeiten Stufe für Stufe  bestimmt.

Kräftiger Farbauftrag mit Pinsel oder direkt gegossen, expressive Linienführung und  leuchtende Farben beschreiben diese vielschichtigen Kompositionen. Zusammen ergeben diese Elemente eine Art visueller Tour de Force, welche gleichermaßen von bekannten organischen Formen und fiktiven Landschaften inspiriert sein könnte. Während bestimmte Assoziationen von jedem Betrachter selbst abhängen und nicht von der Künstlerin vorgegeben sind, öffnen Cohens Arbeiten sich leicht zur individuellen Interpretation. Durch die Vielseitigkeit der Materialreaktionen und Ablehnung von der traditionellen Einsetzung von Raum und Form wie sie in der Westlichen Malerei bekannt, erhält dies Werk eine interessante Losgelöstheit. Sie ermutigt zum angeregten Erfahrungsaustausch zwischen Betrachter und Werk.

Cohen fordert ihr Medium kontinuierlich heraus. Häufig sind in einer Arbeit viele verschiedenste Materialien vorhanden, wie zum Beispiel Ölfarbe, pulverisierte Pigmente, Pastell, Acryl, Lacke, Grafit, Eisen und Kupfer. Diese Substanzen agieren frei auf dem Papier oder der Leinwand und reagieren teils heftig aufeinander. Sie bauen aufeinander auf oder löschen sich gegenseitig aus, Pigmente werden abgespalten und an anderer Stelle aufgefangen. Oft bilden sich unvorhersehbare Gemische aus Farben Formen und Texturen, die die Künstlerin dann weiterhin verstärkt einsetzt. Durch diese Technik ermutigt Cohen die stete Veränderung und Verwandelbarkeit Ihres Vokabulars. In Cohens Arbeitsprozess gibt es keine klaren Schemen oder Regeln, alles ist möglich und soll sich frei entfalten können. Wenn die Komposition erfolgreich ist bestätigt sich ein harmonischer Einklang.

Cora Cohen ist gebürtige New Yorkerin. Sie ist dort geboren, aufgewachsen, und lebt seit Jahrzehnten im so genannten Tribeca Stadtviertel. Ihre Arbeiten wurden in vielen internationalen Museen und Galerien ausgestellt. In New York wird sie von Jason McCoy Inc. repräsentiert.

 

Stephanie Buhmann, New York, 2007